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Wort-Gottes-Feier. Werkbuch für Sonn- und Festtage

Wort des Erzbischofs zur Einführung

Schreiben des Erzbischofs  vom 17. Oktober 2005
an die Priester und Diakone,
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst
- Pastoralreferent(inn)en und Gemeindereferent(inn)en -
sowie die Gottesdienstbeauftragten

zur Einführung von „Wort-Gottes-Feier. Werkbuch für Sonn- und Festtage, Trier 2004“.

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir,
und deine Auferstehung preisen wir,
bis du kommst in Herrlichkeit.“

Diese Akklamation fasst zusammen, was christliche Gemeinden, die sich zum Gottesdienst versammeln, feiern. Sie erklingt in der Feier der Eucharistie, wo wir uns in dichtester Weise dem „Geheimnis des Glaubens“ annähern. Aber was wir dort bekennen, ist Inhalt jedes Gottesdienstes.

Liebe Mitbrüder, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

mit meinem Schreiben nehme ich Bezug auf die veränderte kirchliche und gesellschaftliche Situation, die uns zwingt, Pfarrgemeinden zu Seelsorgebereichen zusammenzuführen. Das berührt auch die Feier des Gottesdienstes in unserem Erzbistum. Ein Blick auf die Gottesdienstordnung mancher Pfarrgemeinde lässt schon erkennen: Die tägliche Messfeier gibt es nicht mehr überall. Weil die Priester in Zukunft in einem größeren Seelsorgebereich tätig werden müssen, kann leider die regelmäßige Feier der Eucharistie auch an Sonn- und Feiertagen an den gewohnten Orten und zu den gewohnten Zeiten nicht garantiert werden. Ich freue mich, dass schon jetzt vor allem an den Werktagen vielfältige andere Gottesdienste stattfinden und die Gotteshäuser nicht leer stehen. Vermehrt werden diese Feiern als „Wort-Gottes-Feier“ begangen. Sie sind mehr als ein Ersatz für fehlende Eucharistiefeiern oder ausschließlich eine Reaktion auf den Priestermangel. Sie wollen dem breitgefächerten Angebot von Gottesdienstformen, wie es die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Synode der Deutschen Bistümer gemeinsam gewünscht haben, entsprechen.

Wo Gemeinde sich in der Kraft des Heiligen Geistes zum Gottesdienst versammelt, braucht es entsprechend der Feierform geweihte oder beauftragte Personen, die sie leiten. Nicht jedem Gottesdienst muss ein Priester vorstehen. In manchen Kirchen und Kapellen wird die „Andacht“ oder das Rosenkranzgebet seit langem von Vorbeter(inne)n gehalten. Für die Leitung der Wort-Gottes-Feiern werden Frauen und Männer eigens ausgebildet und beauftragt.

Da an Sonn- und Feiertagen nicht mehr in allen Pfarrkirchen und Filialen eine Messfeier möglich ist, sollen in den Dekanaten die „Eucharistiefeiern in gerechter Weise auf die einzelnen Pfarrgemeinden und Gottesdienstorte verteilt“ werden. Es ist auch zu überprüfen, ob alle Messfeiern nötig sind. Die kleiner werdenden Gottesdienstgemeinden erfordern eine solche Überprüfung. Sie ist auch wichtig, damit die Liturgie von der ganzen Gemeinde lebendig gefeiert werden kann. Auch die Priester sollen die heilige Messe geistlich und nicht der Routine ausgeliefert leiten; deshalb dürfen sie am Sonntag nicht mehr als drei Messfeiern (einschließlich des Vorabends) vorstehen, am Werktag im Normalfall nur einer. In der Regel sollen Eucharistiefeiern in der Pfarrkirche, gegebenenfalls auch in größeren Filialkirchen stattfinden. (Pastoralplan, S. 52 f.)

Seit dem Anfang der Kirche ist die Eucharistie aufs Engste mit dem Sonntag verbunden. Deshalb bleibt es für mich eine schmerzliche Realität, dass auch dort, wo sich eine lebendige Sehnsucht nach der Eucharistie zeigt, nicht regelmäßig eine Messfeier gehalten werden kann. Deshalb bitte ich Sie herzlich und eindringlich, um Berufungen zum priesterlichen Dienst zu beten und die Berufungspastoral zu fördern.

Wo auf Grund des Mangels an Priestern die Gläubigen am Sonntag nicht die Eucharistie mitfeiern können, ist es sinnvoll, dass sie zum Gebet, zum Hören des Wortes Gottes und zum Lobpreis des Herrn zusammen kommen. „Deshalb wird die Teilnahme an einer Wort-Gottes-Feier sehr empfohlen, wenn wegen Priestermangels oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund keine sonntägliche Eucharistiefeier möglich ist.“ (vgl. Kanon 1248 § 2 CIC und Pastoralplan, S. 53). Wer in einer solchen Notsituation daran teilnimmt, heiligt den Sonntag entsprechend den kirchlichen Vorschriften. Wort-Gottes-Feiern sollen die Sehnsucht nach der Eucharistiefeier wach halten.

In dieser Feier steht das Wort Gottes im Zentrum. Um den Unterschied von Eucharistiefeier und Wort-Gottes-Feier deutlich zu machen, wird sie in der Regel nicht mit der Austeilung der Kommunion verbunden. Wenn jedoch schwerwiegende pastorale Gründe vorliegen, kann die Verbindung der Wort-Gottes-Feier mit der Kommunionspendung erwogen werden. Dies gilbt vor allem für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Justizvollzugsanstalten und in Situationen, wo längere Zeit keine Eucharistie gefeiert werden kann.

Wenn die heilige Kommunion gespendet wird, soll es einen deutlichen Bezug zu einer vorausgegangen Messe geben. Das lässt sich am ehesten dadurch erreichen, dass der Diakon bzw. die/der Gottesdienstbeauftragte an einer Eucharistiefeier teilnimmt und von dort die heilige Kommunion mitbringt. Sollte dies nicht möglich sein, weil die Wort-Gottes-Feier parallel zu einer Messfeier im Seelsorgebereich statt finden muss, ist der geistliche Bezug zur Eucharistiefeier ausdrücklich zu formulieren (vgl. Werkbuch für die Sonn- und Festtage, S. 65). In Pfarr- oder Filialkirchen, in denen an Sonn- bzw. Feiertagen die Eucharistie gefeiert wird, soll es in der Regel keine zusätzliche Wort-Gottes-Feier geben.

Zusammen mit den Bischöfen des deutschen Sprachgebietes sehe ich in der Wort-Gottes-Feier eine gute Möglichkeit, dass Gläubige, die am Sonntag nicht die Eucharistie mitfeiern können, sich zum Gottesdienst versammeln. Für diese Feier haben die Bischöfe ein eigenes liturgisches Buch erarbeiten lassen. Das dort vorgelegte Feiermodell möchte dazu beitragen, dass eine Verwechslung mit der Messfeier vermieden wird. Wenn das Wort Gottes im Mittelpunkt steht, soll die Feier so gestaltet sein, dass die Gegenwart Gottes in seinem Wort mit allen Sinnen erfahrbar wird. Die einzelnen Zeichenhandlungen und die Beteiligung vieler Dienste können dies erlebbar machen und vertiefen. Das Werkbuch hilft dabei, die neue Form der Feier in den Gemeinden einzuführen. In Zukunft ist es der Leitfaden für alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die eine Wort-Gottes-Feier leiten.

„Die Liturgie ist Gabe Gottes an die Menschen und zugleich Dienst der Menschen vor Gott. Sie schenkt Gemeinschaft mit Gott in Jesus Christus durch den Heiligen Geist und baut die christliche Gemeinde auf.“ (Pastoralplan, S. 51) Damit dies auch künftig und in Würde geschieht, sind bereits Gottesdienstbeauftragte ausgebildet und mit bischöflichem Auftrag tätig. Ich danke besonders denen, die sich als Ehrenamtliche haben in Dienst nehmen lassen. Dadurch ist es möglich, auch an Werktagen in den mannigfaltigen Feierformen Gottesdienst mit den verschiedenen Gruppen vor Ort und zu den unterschiedlichen Anlässen zu feiern. Dieses Anliegen haben wir auch im Pastoralplan formuliert und setzen hier auf die Mitarbeit, Unterstützung und Kreativität der Priester, der pastoralen Mitarbeiter(inn)en und der Gemeinden.

Für alle, die Wort-Gottes-Feiern leiten, d. h. Diakone, Pastoralreferent(inn)en, Gemeinde-referent(inn)en und Gottesdienstbeauftragte, setze ich die liturgische Ordnung des Buches „Wort-Gottes-Feier“ zum 1. Adventssonntag, 27. November 2005, in Kraft. Damit bildet das Werkbuch eine verpflichtende Grundlage für die Aus- und Fortbildung. Mit der Einführung des Werkbuches verbinde ich den Wunsch, den eigenen und gemeinsamen Glauben auf vielfältige Art zu vertiefen und zu feiern. Die „Pastorale Einführung“ des Buches und die Erläuterungen zu den Grundelementen der Feier leisten hier gute Dienste.

Ich bitte die Gottesmutter Maria, die Hörerin des Wortes Gottes, um ihr Geleit. Sie möge besonders alle, die die Wort-Gottes-Feiern leiten, mit ihrem Beispiel anregen, bescheiden und demütig, liebenswürdig und freundlich, ihren Dienst zur Ehre Gottes und zur Auferbauung der Gemeinde zu vollziehen.

Gott begleite das begonnene Tun mit seinem Segen.

Ihr

+  Ludwig
Erzbischof von Bamberg

Das Werkbuch ist über das Deutsche Liturgische Institut, Postfach 2628, 54216 Trier (Telefon 0651/94808-50, Fax 0651/94808-33, dli@liturgie.de) zum Preis von 14,90 € zu beziehen.